Im Bereich Allgemeine Projektförderung bei der Kulturstiftung des Bundes können Kulturschaffende zwei Mal im Jahr Fördergelder für Projekte aus allen künstlerischen Sparten beantragen, für Bildende und Darstellende Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Film, Fotografie, Architektur oder Neue Medien. Es handelt sich dabei um die Projektförderung zeitlich befristeter, soziokultureller Projekte, die Menschen vor Ort als Aktive in der Konzeption und Durchführung mit einbeziehen und ein gesellschaftspolitisches oder soziales Thema mit kulturellen Methoden bearbeiten.
Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt im Rahmen der Allgemeinen Projektförderung Projekte aus allen künstlerischen Bereichen. Besonders gefördert werden dabei innovative Vorhaben mit internationalem Bezug. Für eine Förderung muss der beantragte Betrag mindestens 50.000 Euro umfassen.
Die Allgemeine Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht auf die Förderung einer bestimmten Sparte oder eines bestimmten Themas festgelegt ist. Es sind große, innovative Projekte im internationalen Kontext, die hier berücksichtigt werden können.
Im Vorfeld der aktuellen Antragsphase gibt es wieder Infoveranstaltungen.
Infoveranstaltungen: 09.04.2026 um 14:00 Uhr / 17.04.2026 um 11:00 Uhr / 22.04.2026 um 16:00 Uhr / 27.04.2026 um 17:00 Uhr sowie eine englische Infoveranstaltung am 28.04.2026 um 14:00 Uhr
Seminar zu Veranstaltungssicherheit „Kultur, aber sicher“ am 01.07.-02.07.2026 im Güterbahnhof Bremen.
Es ist uns wieder gelungen, das Seminar zur Veranstaltungssicherheit „Kultur, aber sicher“ von unserem Bundesverband Soziokultur in Bremen auszurichten. Dieses findet am 01.07. und 02.07.2026 im Güterbahnhof Bremen statt.
Damit können wir sicherstellen, dass die Kultureinrichtungen in Bremen bzgl. Sicherheit bei Veranstaltungen gut aufgestellt sind und deren Mitarbeitenden die fachliche Qualifikation und das Zertifikat „Aufsicht führende Person“ (AfP) erwerben können. Die Mitgliedseinrichtungen der Stadtkultur Bremen können am Seminar mit einem ermäßigten Tarif teilnehmen. Wir empfehlen allen Interessierten sich frühzeitig zum Seminar anzumelden, da die AfP-Seminare in Bremen sehr gerne von Kultureinrichtungen aus dem gesamten norddeutschen Raum angewählt werden.
Seminarinhalt
Überall dort, wo kulturelle Veranstaltungen stattfinden, tragen Einrichtungen Verantwortung für Sicherheit und verlässliche Aufsicht. Auch bei kleineren Bühnen und vielfältigen Formaten gelten klare Anforderungen an Planung, Durchführung und Risikoeinschätzung. Das Seminar vermittelt die Grundlagen, um Veranstaltungen sicher und verantwortungsvoll umzusetzen.
Überblick über relevante Gesetze und Verordnungen
Aufgaben von Leitung und Aufsicht in Veranstaltungsstätten
Thomas Schiffmann ist Meister für Veranstaltungstechnik und technischer Betriebswirt. Er arbeitete für verschiedene Veranstaltungstechnikfirmen und den Bayerischen Rundfunk und leitete von 2004 bis 2011 die Abteilung Veranstaltungstechnik im Kulturzentrum E-Werk in Erlangen. Heute ist er dort in der Verwaltung tätig und verantwortet unter anderem organisatorischen Brandschutz, Besuchersicherheit und Notfallorganisation.
Zertifikat „Aufsicht führende Person“
Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden das Zertifikat „Aufsicht führende Person“.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Mitarbeitende von Kultureinrichtungen, die Veranstaltungen technisch oder organisatorisch begleiten. Es eignet sich ebenso für Mitarbeitende in Verwaltung oder Leitung, die über Personalentscheidungen im Veranstaltungsbereich verfügen.
Dauer
2 Tage Mittwoch, 01.07.2026: 08:30 bis 16:30 Uhr Donnerstag, 02.07.2026: 08:30 bis 15:30 Uhr
Hinweis
Das Seminar ist zeitlich kompakt konzipiert. Eine Verkürzung oder teilweise Teilnahme ist nicht sinnvoll.
Kosten
Für Mitarbeitende von Mitgliedseinrichtungen übernimmt der Bundesverband einen Teil der Seminarkosten.
240 € pro Person (inkl. 7 % MwSt.) für Mitglieder
450 € pro Person (inkl. 7 % MwSt.) für externe Teilnehmende
Im Preis enthalten sind das Zertifikat, eine warme Mahlzeit pro Seminartag, Tagungsgetränke, Snacks und umfangreiche Unterlagen. Fahrt- und Übernachtungskosten tragen die Teilnehmenden selbst.
Die Anmeldung kann bis zum 10.06.2026 über den Bundesverband erfolgen: Jetzt anmelden
Stellenangebote
Klimaschutz-Koordinator:i…
Die Stadtkultur Bremen e.V. sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Klimaschutzkoordinator:in (w/m/d) in Vollzeit.
Die Stadtkultur Bremen e.V. ist der Bremer Landesverband »Soziokultur« und zugleich Netzwerk und Interessenvertretung der Freien Bremer Kultureinrichtungen. Aktuell haben sich in der Stadtkultur 45 spartenübergreifende und über ganz Bremen verteilte kulturelle Einrichtungen zusammengeschlossen. Zu den Mitgliedseinrichtungen gehören soziokulturelle Zentren, Bürger-, Kultur- und Künstler:innenhäuser, Theater, Tanz- und Literaturprojekte sowie interdisziplinäre, junge und subkulturelle Institutionen.
Deine Aufgaben als Klimaschutzkoordinator:in bei der Stadtkultur Bremen
Du motivierst die Stadtkultur-Mitgliedseinrichtungen, sich mit Klimaschutzmaßnahmen auseinanderzusetzen, und informierst diese über Möglichkeiten der Treibhausgasreduktion, für die mit den „Ökologischen Standards für die Soziokultur“ bereits eine Grundlage entwickelt wurde.
Du initiierst und begleitest Prozesse zur Treibhausgasreduktion in den Kultureinrichtungen. Hierbei berätst und unterstützt Du die Einrichtungen bei der Planung und Durchführung treibhausgasmindernder Maßnahmen. Dafür recherchierst du Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung der Maßnahmen, initiierst in den Kultureinrichtungen Prozesse und beauftragst dafür Expert:innen zur Erarbeitung von Energie- und CO₂-Bilanzierungen und führst die hierfür notwendigen administrativen Tätigkeiten aus. Außerdem stellst du Schnittstellen zu anderen Klimaschutzstellen oder sonstigen Beratungsstellen her.
Zur Prozessbegleitung entwickelst Du ein Austauschformat (bspw. eine AG), das den Kultureinrichtungen den Raum zu gegenseitiger Unterstützung, Austausch und Intervision bietet.
Du sensibilisierst und mobilisierst das Stadtkultur-Netzwerk für Möglichkeiten der Treibhausgasreduktion.
Du verankerst den Klimaschutz strukturell in der Bremer Stadtkultur.
Du wirkst in landesweiten sowie länderübergreifenden Netzwerken und Austauschformaten mit.
Du machst mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit die Anstrengungen der Kultureinrichtungen sichtbar.
Dein Profil
Du hast eine Affinität zur Freien Kulturszene und besitzt eine Vorstellung von deren Zielsetzungen.
Du verfügst über ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Master, Diplom oder vergleichbar) mit einem Bezug zu ökologischer Nachhaltigkeit oder Klimaschutz.
Du hast Erfahrungen in der Projektarbeit im Bereich Klimaschutz und im Aufbau und der Betreuung von Netzwerken.
Du bist mit den Förder- und Beratungsstrukturen (vor allem im Umweltbereich) in Bremen vertraut.
Du arbeitest verantwortungsbewusst, kooperativ, zuverlässig und gerne mit anderen Menschen zusammen.
Du verfügst über Erfahrungen in der Begleitung von Energie- und Treibhausgasbilanzierungen oder vergleichbaren Prozessen.
Wir bieten
Ein eigenverantwortliches Aufgabenfeld in einem kleinen, engagierten und kollegialen Team mit flachen Hierarchien in einem vielfältigen Umfeld in der Kultur.
Wir bieten eine auf vier Jahre befristete Stelle mit flexiblen Arbeitszeiten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Möglichkeit zum Home-Office sowie vollem Freizeitausgleich für Mehrarbeit.
Der Dienstsitz ist Bremen.
Gehalt in Anlehnung an TV-L 12.
Es besteht die Möglichkeit zu fachbezogenen Weiterbildungen.
Wir stehen für ein kollegiales, diskriminierungs- und diversitätssensibles Arbeitsklima in einem offenen Team.
Die Stelle ist auf vier Jahre befristet. Wir freuen uns auf Deine Bewerbung! Bitte richte diese bis zum 24. April 2026 per E-Mail an: hartmann@stadtkulturbremen.de. Die Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich Ende April/Anfang Mai 2026 stattfinden.
Fragen beantwortet gerne: Dr. Thomas Hartmann (Geschäftsführer) per E-Mail: hartmann@stadtkulturbremen.de oder telefonisch unter: 0421–222 36 25
News
»kulturweit« droht das …
Das Auswärtige Amt will die Förderung des internationalen Freiwilligendienstes kulturweit im kommenden Jahr einstellen. Der letzte Jahrgang von 300 Freiwilligen soll im September 2026 für sechs Monate in verschiedene Länder reisen und wird dort die Idee der internationalen Völkerverständigung – letztmalig in diesem Programm – umsetzen.
Seit 2009 können Menschen zwischen 18 und 26 Jahren aus Deutschland mit ‚kulturweit‘ ein Freiwilliges Soziales Jahr an Bildungs- und Kultureinrichtungen im Ausland leisten, die eng mit Deutschland verbunden sind. Partner sind der Deutsche Akademische Austauschdienst, das Deutsche Archäologische Institut, die Deutsche Welle Akademie, das Goethe-Institut, der Pädagogische Austauschdienst in Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, sowie zahlreiche UNESCO-Nationalkommissionen, Biosphärenreservate, Welterbestätten und Geoparks weltweit. Seit 2015 bietet ‚kulturweit‘ zudem jungen Menschen aus dem Ausland die Möglichkeit, die Arbeit von Bildungs- und Kultureinrichtungen in Deutschland kennenzulernen.
Über 6.500 junge Menschen haben bereits an ‚kulturweit‘ teilgenommen – und auch die Nachfrage für die letzte Entsendung war ungebrochen sehr hoch. Das Programm wird derzeit mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr durch das Auswärtige Amt gefördert.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Nicht euer Ernst? Nach den drastischen Kürzungen bei der Deutschen Welle soll nun das internationale Kulturaustauschprogramm ‚kulturweit‘ eingestellt werden. Gerade in Zeiten, in denen nationalistische Ideen weltweit zunehmen, in denen die Gefahr eines weltweiten Krieges wieder näher rückt, ist die internationale Kompetenz und kulturelle Begegnung junger Menschen unterschiedlicher Herkunft von zentraler Bedeutung. Dass das Programm ‚kulturweit‘ nun beendet werden soll, ist nicht zu verstehen.“
News
Aufruf: Ein Dritter Ort i…
Aus dem alten Bundeswehrhochhaus ist ein neuer Quartiersmittelpunkt für die westliche Bahnhofsvorstadt geworden. Ein Quartier dem noch ein Dritter Ort fehlt.
Die komplette 14. Etage (338m2) des Q45 ist eine leerstehende Gewerbefläche. Da diese nicht ausgebaut ist, kostet der Quadratmeter nur 7€. Die GEWOBA signalisierte in Vorgesprächen zeigten Interesse an der Idee eines Begegnungsortes, zu dem nun ein Konzept vorgelegt werden soll.
Dies ist ein Aufruf, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln.
Wie könnte so ein Ort aussehen? Der Grundgedanke beinhaltet:
barrierefreie Büros und Co-Working für Initiativen, Vereine und Verbände
barrierefreie Seminar- und Veranstaltungsräume
Bildungsangebote
Veranstaltungsfläche
Labs (3D-Druck, Foto/Video), Repair-Cafés und offene Werkstätten
Fundus für Materialien
Ausstellungen wechselnder Künstler:innen
Showrooms und Pop-Up Stores für Manufakturen und Startups
Raum für // alle // Gemeinschaft // Kunst und Kultur // gemeinwohlorientiertes Engagement // Bildung und Austausch // neues Wirtschaften // Weitblick
Wer Interesse hat, diesen Ort mit zu entwickeln kann sich per E-Mail melden: manu@weserwelle.org
Stellenangebote
Mitarbeiter:in Theaterver…
Die shakespeare company bremen sucht für 25 Stunden pro Woche suchenzum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Mitarbeiter:in für ihr Theater, die bremer shakespeare company.
Deine Aufgaben umfassen unter anderem:
Mitarbeit bei der Organisation von „Shakespeare im Park“
Allgemeine Organisationsaufgaben
Ticketing
Beantworten von Kundenanfragen
Mithilfe bei der Organisation von Gastspielreisen
Abrechnung von Veranstaltungen, Erstellen von Rechnungen
Vorbereitende Buchhaltung
Eine Arbeitszeit hauptsächlich am Nachmittag
Wir bieten dir:
Flache Hierarchien
Eigenverantwortliches Arbeiten mit Raum für Ideen
Offenes und engagiertes Team
Deine Qualifikationen beinhalten:
Kaufmännische Ausbildung oder ähnliche Qualifikation, vorzugsweise im kulturellen Bereich
Sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift
Mindestens gute Kenntnisse der englischen Sprache
Gute Kenntnisse in MS Office, insbesondere MS Excel und Word
News
Armando Duçellari erhäl…
Der 49. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst geht an den Künstler Armando Duçellari. Der Preis, der bereits an später überregional bekannt gewordene Kunstschaffende wie Norbert Schwontwowski (1985), Christian Haake (2007) und Elianna Renner (2009) verliehen wurde, zählt zu den ältesten und bestdotierten Nachwuchsförderpreisen und wird seit 1977 vergeben. Armando Duçellari erhält die mit 6.000 Euro dotierte und vom Senator für Kultur verliehene Auszeichnung für sein Werk „Overlapping Remnants“. Hinzu kommen eine Einzelkatalogförderung in Höhe von 3.000 Euro sowie eine spätere Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Bremen.
Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz bedankte sich bei allen Künstlerinnen und Künstlern sowie der Jury für die ausgesprochen hohe Qualität der eingereichten Arbeiten und die sorgfältige Auswahl der Jury: „Es hat sich erneut gezeigt, dass der Bremer Förderpreis inzwischen ein sehr hohes Renommee genießt und sich somit auch auf einem entsprechenden Niveau bewegt. Dies unterstreicht die hervorragende Arbeit von Armando Duçellari, dem ich herzlich zur Auszeichnung gratuliere. Gewonnen hat damit eine ganz außergewöhnliche Videoarbeit mit einer klaren politischen Aussage gegen Diktatur und für Demokratie.“
Nach der Ausschreibung im Herbst 2025 hat eine Vorschlagskommission aus regionalen Kunstsachverständigen aus allen Bewerbungen mehrere aussichtsreiche künstlerische Positionen für die Ausstellung in der Städtischen Galerie Bremen ausgewählt. In diesem Jahr sind dies elf Künstlerinnen und Künstler: Franca Brockmann, Isidora Bruna, Mona Charaf Eddine, Marei Dierßen, Armando Duçellari, eghbal joudi, Mohar Kalra, Harumi Miyato, Candan Öztürk, Martin Reichmann, Leon Sahiti. Aus dieser Ausstellung heraus bestimmte eine überregionale Hauptjury den Preisträger.
Der Jury gehörten in diesem Jahr Prof. Jens Brand (Künstler, Professur Klang in der Bildenden Kunst an der Hochschule für bildende Kunst Braunschweig), Dr. Stefan Gronert (Sprengel Museum Hannover), Anna Nowak (Kunsthaus Hamburg), Dr. Katharina Rüppell (Kunstmuseum Moritzburg Halle) und Junia Thiede (Kunstverein Braunschweig) der Jury an.
Die Arbeit „Overlapping Remnants“ aus dem Jahr 2025 von Armando Duçellari überzeugte die Jury in besonderer Weise. Aus der Jurybegründung: „In der Installation verbindet Armando Duçellari ein mit Handkamera gefilmtes Video mit vier gegenüber gehängten Grundrisszeichnungen. Das Video dokumentiert die gemeinsame Begehung der ehemaligen Villa des albanischen Diktators Enver Hoxha in Tirana durch den Künstler und seine Tante mittels ihrer Erinnerung. Während diese mehrere Jahre für Hoxha tätig war, bewohnte Armando Duçellari das 3.400 Quadratmeter große Gebäude selbst im Rahmen eines Künstlerstipendiums, nachdem es 2024 auf Initiative der der französischen Stiftung Art Explora behutsam zu Künstlerresidenzen eingerichtet worden war. Ausgehend von dieser vielschichtigen Konstellation befragt die Arbeit die Konstitution von Erinnerung aus unterschiedlichen zeitlichen und politischen Perspektiven. Im formal überzeugenden Zusammenspiel von Bild, Sprache und zeichnerischer Überarbeitung der Grundrisse werden historische ‚Realitäten‘ als instabile Konstruktionen erfahrbar. Erinnerung erscheint dabei nicht als feststehendes Narrativ, sondern als Prozess subjektiver Überschreibung.
Die inhaltlich klar politisch ausgerichtete Arbeit beeindruckt gerade durch ihre Differenziertheit: Sie verfällt nicht in plakative Geschichtsdeutung, sondern macht Geschichte als fortwährenden Prozess individueller Aneignung und Reflexion sichtbar.“
Die Hauptjury hebt ausdrücklich die hohe künstlerische Qualität aller in diesem Jahr ausgewählten Positionen hervor. Dies zeigt sich besonders in der Vielfalt, Internationalität und Diversität der künstlerischen Positionen, die in der Ausstellung vertreten sind. Auffällig ist in diesem Jahr der hohe Anteil malerischer Ansätze. Isidora Bruna, Marei Dierßen, Eghbal Joudi, Harumi Miyato und Candan Öztürk setzen Malerei dabei ganz unterschiedlich ein. Dezidiert politisch wie Eghbal Joudi und Candan Öztürk, andere finden politische Themen eher in Alltagssituationen, so wie Marei Dierßen und Harumi Miyato. Isidora Bruna kombiniert Politisches mit der Frage nach unserer Vergänglichkeit. Alle Arbeiten verweisen entweder direkt, oder unterschwellig, aber überwiegend mit einem Augenzwinkern auf kunsthistorische Vorbilder.
Eghbal Joudi übersetzt seine Malerei in eine räumliche Installation. So werden die gezeigten Leinwände plastisch im Raum erfahrbar. Martin Reichmann zeigt eine offensichtlich schwere Betonskulptur, die dennoch scheinbar leicht im Raum zu schweben scheint. Franca Brockmann interveniert im Ausstellungsraum mit einem Maschendrahtzaun, der durch den großen Galerieraum gezogen in einem Gedicht aus Drahtbuchstaben endet. Mohar Kalra überträgt eine Arbeit aus dem öffentlichen Raum am Werdersee in eine eigenständige Kunstinstallation. In diese Arbeit bezieht er zeitgenössische Phänomene einer medialisierten Gesellschaft ein. Auch Leon Sahiti analysiert in einer Videoarbeit und einer Skulptur den letztlich politischen Impetus von Digitalität.
Die Eröffnung der Ausstellung und Preisverleihung durch Simone Ewald, Referentin für Bildende Kunst und Kunst im öffentlichen Raum beim Senator für Kultur, findet statt am Samstag, 28. Februar 2026, um 19 Uhr in der Städtischen Galerie Bremen. Laufzeit der Ausstellung: 1. März bis 26. April 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12-18 Uhr. Eintritt frei. Der Veranstaltungsort (Städtische Galerie Bremen, Buntentorsteinweg 112) ist eingeschränkt barrierefrei zugänglich.
News
Annett Gröschner erhält…
Die Schriftstellerin Annett Gröschner erhält den von der VGH Stiftung ausgelobten und mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord. Mit dieser Entscheidung würdigen Jury und Stifterin die Autorin für ihr bisheriges Werk, insbesondere für ihren zuletzt erschienenen Roman Schwebende Lasten (C.H.Beck, 2025). Annett Gröschner wird den Preis am Donnerstag, den 16. April 2026, in Hannover entgegennehmen.
Auf die LiteraTour Nord gehen jeden Winter von Oktober bis Januar ausgewählte Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und lesen aus ihren Neuerscheinungen in Oldenburg, Bremen, Lübeck, Rostock, Lüneburg, Hannover und Osnabrück. Die Lesungen finden in den örtlichen Literaturhäusern und Buchhandlungen statt, moderiert von Professor:innen und Dozent:innen, die jeweils ein die Tour begleitendes Seminar an ihren Hochschulen anbieten.
Die Autorinnen und Autoren bewerben sich mit ihrer Teilnahme auch um den Preis der LiteraTour Nord, der jährlich von der VGH Stiftung ausgelobt wird und mit 15.000 Euro dotiert ist. Die Jury besteht aus den Veranstalter:innen und Moderator:innen und dem Publikum. Die Publikumsstimme wird an jedem der Veranstaltungsorte per Stimmkarte ermittelt. Voraussetzung zur Stimmabgabe ist, dass man alle fünf Veranstaltungen der aktuellen LiteraTour Nord gesehen hat.
Förderungen
Förderprogramm „Allzei…
Der Bundesverband Soziokultur e.V. und die Robert Bosch Stiftung GmbH legen das Förderprogramm „Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen“ neu auf. Die wichtigste Neuerung: Projekte werden künftig mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren und einer Fördersumme von bis zu 140.000 Euro unterstützt. Ziel ist es, Demokratie an alltäglichen Orten nachhaltig zu verankern. Dafür fördert das Programm Kooperationen zwischen Akteuren der Soziokultur, der politischen Bildung und einem lokalen Alltagsort. Bewerbungen sind bis zum 17.05.2026 möglich.
„Mit unserem Programm Allzeitorte stärken wir genau die Orte, die die Demokratie braucht, um lebendig zu sein – vom Nachbarschaftstreff über das Schwimmbad bis zur Suppenküche. Damit Menschen sich beteiligen, braucht es Vertrauen und starke Beziehungen. Deshalb geben wir in der neuen Programmphase bewusst mehr Zeit für diese kontinuierliche Arbeit vor Ort. Wir sind überzeugt: Demokratie wird dort widerstandsfähig, wo Menschen erleben, dass sie ihr eigenes Umfeld mitgestalten und etwas bewirken können“, sagt Antje Scheidler, Teamleiterin Demokratie bei der Robert Bosch Stiftung.
An diesen Allzeitorten, an denen Menschen verschiedener Hintergründe zusammenkommen, sollen langfristige Räume für Austausch und Mitgestaltung entstehen. Die verlängerte Förderdauer ist eine gezielte Reaktion auf die Erfahrungen aus der Pilotphase und soll den Projekten den nötigen Rahmen für eine nachhaltige Beziehungsarbeit vor Ort geben.
„Im Programm Allzeitorte kommen die Kompetenzen der Soziokultur voll zum Tragen. Soziokulturelle Zentren und Initiativen bieten Räume demokratischer Begegnung, Teilhabe und Selbstwirksamkeit. Gemeinsam mit der politischen Bildung wollen wir diese Expertise nutzen, um Alltags- und Freizeitorte weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen zu erreichen“, sagt Kristina Rahe, kulturpolitische Geschäftsführerin des Bundesverbands Soziokultur.
Das Auswahlverfahren ist zweistufig: Eine Jury wählt zunächst 15 Einreichungen aus. Diese Teams erhalten 6.000 Euro sowie professionelle Beratung, um ihre Projektskizze von Juli bis November 2026 zu einem tragfähigen Konzept auszuarbeiten. Im Dezember 2026 entscheidet die Jury, welche sieben Projekte von Januar 2027 bis September 2029 in die Umsetzung gehen.
Der Jury gehören Inga Gertmann (More in Common Deutschland), Sevgi Demirkaya (Kulturbunker Köln-Mülheim), Johannes Dietrich (Allzeitort „Kleider.Machen.Leute“ aus der Pilotphase, Königstein), Georg Pirker (Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V.), Isidora Randjelović (RomaniPhen e.V.), Merve Selek (Kubus e.V.) und Benjamin Schwarz (part GmbH für digitales Handeln) an.
Förderungen
Fonds Soziokultur U25: Ju…
Ab dem 02. April bis zum 02. Mai ist die Antragstellung für das U25-Programm des Fonds Soziokultur für das zweite Halbjahr möglich.
Erste eigene Kulturideen entwickeln, Mut zur Umsetzung aufbringen, gemeinschaftlich aktiv werden – das U25-Programm des Fonds Soziokultur schafft dafür die Voraussetzungen. Es fördert soziokulturelle Projekte, die von jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren eigenverantwortlich geplant und durchgeführt werden. In diesem Jahr stellt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit 300.000 Euro zunächst einmalig mehr Mittel für den Nachwuchs bereit. Für das erste Halbjahr 2026 konnten dadurch bereits 35 U25-Projekte bewilligt werden.
NEU IN DER SONDERAUSSCHREIBUNG
Mehr Fördermittel Das größte Fördervolumen bislang: 300.000 Euro für U25 im Jahr 2026 – ein positives Signal für junge Ideen.
Erhöhter Förderanteil Statt der regulären 80 Prozent können in dieser Förderrunde einmalig bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten des Projektes, max. jedoch 4.000 Euro übernommen werden.
Extra für Beratung und Begleitung Vereine oder andere erfahrene Organisationen können 1.000 Euro zusätzlich beantragen, wenn sie die jungen Projektverantwortlichen rechtlich vertreten und bei administrativen Anforderungen unterstützen und beraten.