Fonds Soziokultur stärken – Kulturelle Teilhabe sichern
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Appell an die Bundesregierung.
Für den Bundeshaushalt 2027 appelliert der Fonds Soziokultur gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden an die Bundesregierung und die parlamentarisch Verantwortlichen, die Mittel für den Fonds wieder verlässlich auf das Niveau vergleichbarer Bundeskulturfonds bzw. auf das Niveau von 2024 anzuheben.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt einen deutlichen Rückgang: 2024 standen dem Fonds 6,25 Mio. Euro aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zur Verfügung. 2025 waren es 3,713 Mio. Euro, 2026 3,578 Mio. Euro. Für 2027 sieht der derzeitige Haushaltsansatz nur noch 2,9 Mio. Euro vor. Damit würde sich die BKM-Mittelausstattung innerhalb von drei Jahren mehr als halbieren.
Aus Sicht des Fonds gefährdet diese Entwicklung die Möglichkeit, zentrale Programme für die Zukunftsfähigkeit der freien Kulturarbeit und die kulturelle Teilhabe in der bisherigen Form fortzuführen. Der Fonds betont, dass seine Förderung Orte der Begegnung schafft, demokratische Mitverantwortung stärkt und Menschen den Zugang zu Kunst, Kultur und gesellschaftlicher Beteiligung eröffnet.
Bundesweite Förderung von Teilhabe und soziokultureller Arbeit
Seit fast 40 Jahren fördert der Fonds Soziokultur bundesweit beispielgebende Projekte, die Menschen aktiv an Kunst und Kultur beteiligen. Als einziger Bundeskulturfonds mit einem ausdrücklichen Schwerpunkt auf gesellschaftlicher Mitwirkung fördert er Projekte aus unterschiedlichen künstlerischen Bereichen und erreicht dabei auch ländliche Räume, städtische Randgebiete sowie Menschen, die bislang wenig oder kaum Berührung mit Kunst und Kultur haben.
2025 wurden beim Fonds 1.425 Projekte beantragt, von denen 200 bewilligt werden konnten. Die Förderquote lag damit bei rund 14 Prozent. Die hohe Zahl der Anträge verdeutlicht zugleich die Nachfrage nach entsprechenden Fördermöglichkeiten.
Mit dem Programm „U25 – Junge Kulturinitiativen“ unterstützt der Fonds außerdem junge Menschen dabei, selbst Verantwortung für kulturelle Projekte zu übernehmen und eigene Ideen umzusetzen. Die für 2026 bereitgestellten BKM-Sondermittel in Höhe von 300.000 Euro sind im Haushaltsansatz für 2027 bislang nicht enthalten.
Auch das Programm „Profil: Soziokultur“, das Einrichtungen bei notwendigen Transformationsprozessen unterstützen soll, musste 2026 aufgrund der begrenzten Mittel ausgesetzt werden.
Bundesförderung als Ergänzung zur Kulturförderung der Länder
Die Länder und Kommunen schaffen mit ihrer Kulturförderung die Grundlage für die kontinuierliche Arbeit von Kultureinrichtungen und Initiativen vor Ort. Die Bundesförderung durch den Fonds Soziokultur setzt daran an und ermöglicht insbesondere innovative und modellhafte Projekte, für die innerhalb der regulären Finanzierung häufig keine ausreichenden Spielräume bestehen.
Die geförderten Projekte greifen gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Fragen auf, entwickeln neue Formen kultureller Beteiligung und können Erfahrungen und Methoden hervorbringen, die anschließend auch über den jeweiligen Ort und das Bundesland hinaus nutzbar sind.
Der Fonds Soziokultur und seine Mitgliedsverbände setzen sich deshalb dafür ein, die Mittelausstattung wieder zu stärken und damit die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Förderung von kultureller Teilhabe, gesellschaftlichem Engagement und innovativer soziokultureller Arbeit zu sichern.