Ausschreibungen

Fanpreis Fußballfans gegen Rechtsextremismus

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Frist

30.06.2023

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https://ww.fussball-kultur.org/fussball-kulturpreis/fanpreis

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur vergibt 2023 zum siebzehnten Mal den easyCredit-Fanpreis – eine Auszeichnung für positive Fankultur.

Jedes Jahr steht eine andere Ausdrucksform von Fußball- bzw. Fankultur im Fokus, bisher meist mit einem kreativen Schwerpunkt – sei es im Stadion, in der Medienlandschaft oder im lokalen Umfeld von Fans. Gesänge, Podcasts, Ausstellungen, Kneipen und sogar ganze Fanclubs wurden bereits für ihre Originalität und vereinende Kraft ausgezeichnet.

Was aber, wenn es gilt, klare Kante zu zeigen, etwa weil das Umfeld alles andere als positiv ist? Oder wenn man mit Ausgrenzung, Hass und Hetze konfrontiert wird? Rechtsextreme Positionen und Personen aus dem Neonazi-Umfeld sind im Fußball präsent. An manchen Standorten häufiger und wirkmächtiger als an anderen – jedoch in allen Regionen und Ligen. Einige engagierte Fans wollen das nicht hinnehmen. Der diesjährige easyCredit-Fanpreis richtet sich an genau diejenigen Fangruppen, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus engagieren.

Gemeinsam gegen rechts

Unter Fußballfans gibt es zahlreiche engagierte Gruppen und Initiativen, die dazu ein Gegengewicht setzen wollen. Ihre Haltung basiert auf den Grundwerten unserer Gesellschaft, sie wollen ihren Platz im Fußball nicht mit den Feinden der Gesellschaft teilen. Obwohl es nicht ihr „Auftrag“ ist (denn primär kommen Fans zusammen, um ihr Team zu unterstützen und miteinander Zeit zu verbringen), leisten sie auf diese Art wichtige gesellschaftspolitische Arbeit. Ihr Engagement erfordert Mut zum gemeinsamen Handeln und geht weit über das „übliche Fansein“ hinaus. Dieses vorbildliche freiwillige Engagement möchte die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur würdigen.

Denn es ist nicht überall in Deutschland gefahrlos möglich, zum Beispiel ein antirassistisches Banner am Stadionzaun aufzuhängen. Gerade dann, wenn Fußballanhänger*innen ihrer Auffassung von Zivilcourage und unabhängiger, demokratischer Haltung Ausdruck verleihen, werden sie besonders sichtbar und angreifbar. Dass sich die Gruppen und Initiativen einer Gefährdung aussetzen und gezwungen sind, ihre Werte im und außerhalb des Stadions unter persönlichen Risiken zu verteidigen, soll ebenfalls gewürdigt werden.

Oft geschieht eine Positionierung aus einem konkreten Anlass und dem speziellen Kontext der Fans heraus. Die Jury möchte eine Fangruppe/Faninitiative auszeichnen, die freiwillig und beispielhaft gegen rechte Umtriebe aktiv geworden ist. Berufliche Arbeit gegen Rechtsextremismus z.B. von fannahen Bildungsträger*innen ist mit diesem Preis nicht angesprochen. Die Aktivitäten selbst können dabei je nach Umfeld völlig unterschiedlich sein: im Stadion, auf Fanreisen, in sozialen Medien oder auch im lokalen gesellschaftlichen Umfeld – sich also nicht nur auf die eigene Fanszene beziehen.

Die Bewerbung

Bewerben können sich Fangruppen und Faninitiativen in Deutschland, die als solche in Erscheinung treten. Die Größe ihres Bezugsvereins ist nicht relevant. Ihre Haltung bzw. das Ziel des ehrenamtlichen Engagements ist das Engagement gegen Rechtsextremismus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen (siehe Infokasten unten).

Mit allen Gruppen/Initiativen können Sicherheitsbedenken vertraulich abgestimmt werden. Für die Frage, ob und wie viel öffentliche Aufmerksamkeit für die Bewerber*innen und Preisträger*innen sinnvoll ist, werden in jedem Schritt der Bewerbung und Prämierung individuelle Lösungen gefunden.

Formular ausfüllen

Bewerbungen sind per Online-Formular oder mit dem PDF-Bewerbungsformular per E-Mail an fanpreis(at)fussball-kultur.org möglich.

Die Bewerber*innen sollten vor der Bewerbung innerhalb der Gruppe Einigkeit über die Bewerbung herstellen. Das Formular dient der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur sowie der Jury als Basisinfo. Rückfragen bei der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur sind jederzeit möglich.

Wichtig: Eure Daten werden nicht öffentlich!

Beschreibt euch selbst

Maßgeblich für die Bewertung ist aber die schriftliche Vorstellung eurer Fangruppe und eures Engagements. Erzählt eure Geschichte auf ungefähr drei Seiten und orientiert euch dabei an folgenden Fragen (nicht zwingend, aber hilfreich):

  • Wer seid ihr und wofür steht ihr?
  • Warum und wann habt ihr euch gegründet/ mit euren Aktivitäten begonnen?
  • Beschreibt eure Aktivitäten gegen Rechtsextremismus: Was macht ihr aktuell? Hier könnt ihr auch euren Blick auf die Kurve bzw. euer Umfeld beschreiben – wenn nötig auch die Nazi-Szene. Was ist aus eurer Sicht spezifisch für den Verein/die Region?
  • Was sind eure drängendsten Probleme?
  • Woher bekommt ihr Unterstützung; was braucht ihr, um eure Situation zu verbessern?
  • Wenn ihr den Preis gewinnt, was wollt ihr dann tun?

Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2023

Die Jury

Die Jury des easyCredit-Fanpreises besteht aus kompetenten und vertrauenswürdigen Fachleuten aus Kultur, Bildung, Medien, Wissenschaft, Sport und Fanarbeit. Sie entscheiden in einer gemeinsamen, nicht-öffentlichen Sitzung.

Den Vorsitz hat Nina Reip, Leiterin der Geschäftsstelle des Netzwerks Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde bei der Deutschen Sportjugend in Frankfurt am Main.

Der Preis

Der easyCredit-Fanpreis 2023 ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Summe soll der Fortsetzung der Initiative zugutekommen. Die symbolische Auszeichnung mit der Preisfigur MAX wird im Rahmen der Verleihung der Deutschen Fußball-Kulturpreise am 27. Oktober 2023 in Nürnberg übergeben.

Die Prämierung mit dem easyCredit Fanpreis schließt einen persönlichen Gala-Auftritt im Rahmen der Verleihung ein. Diese Öffentlichkeit kann, muss aber nicht genutzt werden. Es sind vielfältige Stellvertreter*innenrollen möglich.

Wichtig im Bewerbungsprozess wie auch bei der Jurierung und Preisvergabe ist: Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur möchte die freiwilligen Bemühungen von Fans gegen Rechtsextremismus im Fußball unterstützen. Ziel ist es, die positive Kraft aktiver Fans sichtbar zu machen und ihren Beitrag zu einem demokratischen Sport ohne Ausgrenzungen zu honorieren.